Horizont Lübeck

Suizid

Einen nahestehenden Angehörigen durch eine Krankheit oder einen Unfall zu verlieren, ist für jeden Menschen ein einschneidender Schicksalsschlag. Wenn ein Mensch durch Suizid aus dem Leben scheidet, ist die Trauer in der Regel zusätzlich noch belastet durch offene Fragen, Verständnislosigkeit oder Schuldgefühle.

Diese Lebenskrise zu bewältigen, ist für Hinterbliebene nicht einfach und vielfach können die Menschen im Umfeld nicht die Unterstützung und das Verständnis geben, die man sich erhofft hat.

Oft wird nach Wochen erwartet, dass man wieder zum Alltag zurückkehrt.

Es ist nicht entscheidend, wann man einen Menschen durch Suizid verloren hat. Entscheidend ist, sich diesem Thema zu stellen, es nicht zu verdrängen oder sich ohne Pause abzulenken. Erst durch die bewusste Trauer wird es möglich, einen Weg zurück ins Leben zu finden oder - auch nach Jahren des Grübelns - Frieden mit sich und/oder dem Verstorbenen zu schließen.

Auch das Alter spielt bei der Trauer keine Rolle: Sich mit dem Tod bzw. Suizid - und damit unserer Endlichkeit - sowie seinen damit verbundenen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen und das Erlebte dadurch zu verarbeiten, ist nach einem Suizid sowohl für Kinder, Jugendliche, als auch Erwachsene bis hin zum alten Menschen unumgänglich.

Um für sich einen Weg aus diesem Chaos der Gefühle zu finden, ist es mitunter hilfreich, sich jemandem anzuvertrauen. Jemand, der mitreden, mitfühlen kann, da er auch von einer Selbsttötung getroffen wurde. Jemand, der da unterstützt, wo es Freunden, Verwandten, Kollegen oder Bekannten aufgrund fehlender Erfahrung unmöglich ist, zu zuhören und zu begleiten.

Erleichternd ist auch zu erfahren, dass es andere Menschen gibt, denen ein ähnliches Schicksal widerfahren ist. Für Sie kann es wichtig sein:

  • die Fragen zu klären, die immer wiederkehren und am Anfang kaum einen anderen Gedanken zulassen
  • Raum für Zuhören, für Verständnis, für Trauer zu finden und Zeit, um die Balance im Leben wiederzugewinnen.

Themen, für die ich Sie – als ebenfalls Betroffene - in der Trauerberatung nach Suizid öffnen kann sind u.a.:

  • WARUM?
  • Wieso reagiert die Umwelt so?
  • Was antworte ich auf die Fragen der Kinder?
  • Wieso verhält sich Vater, Mutter, Sohn, Tochter usw. so?
  • Wie kann ich mit meinen Schuldgefühlen klar kommen?
  • Wie kann ich mit der Zuweisung von Schuld durch andere umgehen?
  • Wie kann ich die immer wiederkehrenden Gedanken loswerden?

Zögern Sie nicht und stellen Sie sich besser jetzt diesem schweren Thema, als langsam in eine psychische Störung zu rutschen. Denn nach einer Selbsttötung kann es auch bei Ihnen beispielsweise zu Suizidgedanken, suizidalen Impulsen oder Handlungen kommen. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Denn Ihr Leben und das Ihrer Angehörigen ist kostbar.

Weitere Informationen finden Sie in meinem Buch „Suizid, Suizidalität und Trauer“, das im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen ist.

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