Horizont Lübeck

Rückenschmerzen

„Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz!“

Eine der weit verbreiteten und oft zu Unrecht bagatellisierten Schmerzformen sind Rückenschmerzen. Sie können eine ganze Palette von Ursachen haben. Sehr häufig entstehen sie auf dem Boden einer Wirbelsäulenverschleißkrankheit, das heißt auf einem belastungsabhängigen knöchernen Umbau der Wirbelkörper. Hier kommt es durch zum Teil deutliche Formveränderung der Knochen zu einer zeitweiligen oder dauerhaften Nervenirritation mit entsprechenden Schmerzbildern.

Weiterhin spielen Fehlhaltungen wie Beckenschiefstand, Hyperlordose, Skoliose oder auch ein Senk-Spreizfuß eine große Rolle. Es kommt hier zu schmerzhaften Muskelverspannungen, da unser Organismus versucht, durch Muskelzug eine ausreichende Balance im Stützapparat aufrechtzuerhalten.

Der Begriff „Bandscheibenvorfall“ hat im allgemeinen Bewusstsein einen festen Platz. Der Jazzmusiker Benny Goodman hat ihm sogar in den 1940’er Jahren eine eigene Komposition („slipped disc“) gewidmet. Hier drückt ein mehr oder weniger großer Teil einer verletzten Bandscheibe in einen Nervenaustrittskanal zwischen zwei Wirbelkörpern und drängt im ungünstigen Fall den dort verlaufenden Nerv an die Seite. Die Folge sind Schmerzen und Nervenausfälle mit Missempfindungen und Funktionsstörungen in den Beinen und zum Teil im Beckenboden. Auch Vorwölbungen können bei bestimmten Patienten Rückenschmerzen verursachen, wobei manche Patienten „ihren“ Bandscheibenvorfall kaum wahrnehmen. Deshalb sollte jede klinische Veränderung ernst genommen werden.

Neben den großen Wirbelgelenken mit ihren Bandscheiben gibt es kleine Wirbelgelenke, die sich immer wieder entzünden können, häufig als Mitreaktion bei anderen Entzündungsherden im Körper. Auch diese Veränderungen können ganz erhebliche Schmerzen bereiten.

Instabilitäten spielen im Lendenwirbelsäulenbereich ebenfalls eine große Rolle. Das sogenannte Wirbelgleiten führt zu einer extrem schmerzhaften Dauerkompression meist der unteren Rückenmarksnerven. Bei einem relativ großen Teil der Jugendlichen kommt es mit dem Einsetzen der Pubertät zur Ausbildung von Bandscheibenknötchen, die sich im jungen Erwachsenenalter zwar wieder auflösen, jedoch Eindellungen in den Gelenkflächen der großen Wirbelgelenke hinterlassen. Diese werden dann von Bandscheibengewebe ausgefüllt. Als Beschwerden bleibt eine Instabilität der Wirbelsäule, die je nach Ausprägung sehr heftige Schmerzen bereiten kann.

Darüber hinaus können Instabilitäten oder Blockaden der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke des Beckens zu erheblichen Muskelverspannungen im unteren Lendenwirbelbereich führen, die in aller Regel von heftigen Schmerzen begleitet sind.

Neben den genannten Störungen gibt es eine ganze Reihe von rheumatischen oder rheumaähnlichen Erkrankungen, die zu starken Rückenschmerzen und Bewegungsein­schränkungen führen können.

Osteoporose ist nicht nur eine Erkrankung älterer Menschen. Sie zeigt sich oftmals zuerst als Rückenschmerz.

Es darf auch nicht vergessen werden, dass Rückenschmerzen ein Symptom anderer, beispielsweise bösartiger Erkrankungen sein können.

Der Rücken spiegelt darüber hinaus auch den psychischen Zustand seines Besitzers wider. Begriffe wie „Haltung bewahren“ deuten in diese Richtung. Aus diesem Grund haben sich in meiner Praxis oft Ansatzpunkte ergeben, die mich veranlassen, die Schmerzbehandlung durch Therapien aus dem psychosomatischen Bereich zu ergänzen. Auch eine Beratung oder ein Coaching hier bei horizont kann hilfreich sein.

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