Horizont Lübeck

Nackenschmerzen

Ausdrücke wie „Schiefhals“, „Steifer Nacken“ etc. stehen für eine ganze Reihe von sehr belastenden Schmerzen aus dem Bereich der Halswirbelsäule, die nur zum Teil körperlichen Ursprungs sind. Neben den leicht zu diagnostizierenden Bandscheibenvorfällen sind hier in erster Linie Verschleißerkrankungen der Wirbelgelenke zu nennen. Wirbelsäulen-Instabilitäten als Folge einseitiger Belastungen und fehlendem Muskeltrainings können ebenfalls eine große Rolle spielen. Darüber hinaus sind in diesem Zusammenhang auch schmerzhafte Muskelverspannungen als Spätfolgen von Verletzungen zu nennen. Ein Halswirbelsäulenschleudertrauma durch einen Autounfall kann mitunter erst nach Jahren im Röntgenbild entdeckt werden.

Bei Verschleißerkrankungen und auch bei Bandscheibenvorfällen kommt es durch eine Einengung der Nervenaustrittskanäle zu einer Irritation der vom Rückenmark abgehenden Nervenwurzeln und somit zu Schmerzen verschiedener Intensität, zum Teil an weiter entfernten Körperteilen wie den Armen oder Händen, dem Kopf oder dem Brustkorb. Auch manche Zahnschmerzen, für die ein Zahnarzt keine Ursache findet, sind mit Veränderungen der Halswirbelsäule zu erklären.

Da unser Körper immer bemüht ist, Störungen auszugleichen, kommt es im Gefolge von Verschleißerkrankungen und vor allem Instabilitäten der Halswirbelsäule zu Verspannungen der Haltemuskulatur. Auch Störungen der Muskelproportionen durch einseitige Körperhaltung verursachen oft eine Verhärtung einzelner Muskelpartien. Auch hierdurch werden unangenehme Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich ausgelöst.

Durch fortbestehende Fehlhaltungen oder Instabilitäten kann es weiterhin zu Blockaden der kleinen Wirbelgelenke kommen, die ebenfalls sehr unangenehme Nackenschmerzen, die oft von Bewegungseinschränkungen und Schmerzausstrahlungen in die Arme begleitet sind, verursachen können. Oftmals wird das immer wiederkehrende Auftreten gerade dieser Schmerzen durch häufiges „Einrenken“ der Wirbelsäule begünstigt. Man darf hierbei nicht vergessen, dass durch regelmäßiges Manipulieren dieser Art die Haltebänder der Halswirbelsäule immer wieder überdehnt werden und somit Instabilität begünstigt und ausgelöst werden kann.

Auch ein Tinnitus kann ursächlich durchaus im Bereich der Halswirbelsäule entstehen, indem es durch Irritation der hier aus dem Rückenmark entspringenden Nerven zu einer Verhärtung der Nackenmuskulatur kommt, die wiederum vom Gehör als „Brummen“ wahrgenommen werden kann.

Aber nicht zuletzt ist der Nacken auch die Verbindung vom Kopf zum Körper. So können seelische Probleme zu Beschwerden im Halswirbelsäulenbereich führen. Ratschläge wie „Lass den Kopf nicht hängen.“ oder die berühmt-berüchtigten „Nackenschläge“ weisen darauf hin. So ist es durchaus fraglich, Nackenschmerzen, deren körperliche Ursachen nicht einwandfrei nachgewiesen werden konnten, isoliert zu behandeln, ohne eventuellen psychischen Belastungen nachzuspüren. Wie generell in der Schmerztherapie gehört nach meiner Auffassung ein gründliches, auch die psychosoziale Ebenen des Patienten würdigendes Gespräch zur Erstdiagnostik. Hierbei ergeben sich häufig Gesichtspunkte, die mich in der Vergangenheit schon oft veranlasst haben, meine Schmerzbehandlung durch Therapien aus dem psychosomatischen Bereich sinnvoll und erfolgreich zu ergänzen. Auch eine Beratung oder ein Coaching hier bei horizont kann hilfreich sein.

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