Horizont Lübeck

Alternative Therapien

Man kann mit Fug und Recht sagen, dass alle chronischen Erkrankungen alternativen Therapien zugänglich sind – wie weit, in welchem Umfang und mit welchem Erfolg hängt natürlich zum einen von der Art der chronischen Erkrankung ab, zum anderen aber auch von der Erfahrung und dem Wissen des behandelnden Arztes.

Schulmedizin – Alternative Medizin

In diesem Zusammenhang beginnt oft der Disput „Schulmedizin“ – „Alternative Medizin“. Schon der Ausdruck Schulmedizin macht die Unsicherheit der Definition deutlich: Welche Schule der Medizin ist gemeint und darf sie etwa auch in einem anderen zivilisierten Kulturkreis gestanden haben und so weiter. Besser sollte man, glaube ich, von „Kassenmedizin“ sprechen, wenn Schulmedizin gemeint ist, denn es geht dabei um die therapeutischen Maßnahmen, die von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen – auch hier mitunter nur teilweise - finanziert werden.

Neben diesen Therapieformen gibt es aber eine große Zahl von Behandlungsmöglichkeiten, die in ihrer Wirkungsweise unumstritten sind und zum großen Teil auch im universitären Rahmen entwickelt wurden, die aber die Hürde der Genehmigung durch die Zulassungskommission der Krankenkassen - aus welchem Grunde auch immer - nicht genommen haben. Zum Beispiel ist die Akupunktur zur Behandlung von Schmerzen aus dem Bereich der Wirbelsäule und der Kniegelenke von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt, bei Schmerzen zum Beispiel im Bereich der Ellenbogen aber nicht.

Ähnlich sieht es mit der Homöopathie aus, die nur von Zusatzversicherungen übernommen wird, wenn sie durch einen Heilpraktiker ausgeübt wird, nicht aber durch einen Arzt. Die Sinnhaftigkeit solcher Regelungen hier zu kommentieren, führt nicht weiter und hat sicherlich andere, vor allem wirtschaftliche Aspekte.

Natürlich hat die „Schulmedizin“ einen festen und unverzichtbaren Platz in der Behandlung chronischer Erkrankungen. Ihr liegen solch immense Erfahrungen, Kenntnisse und gewissenhafte Forschung zugrunde, dass es fahrlässig wäre, sie zu verteufeln, zu missachten und nicht gewissenhaft anzuwenden. Es ist die Aufgabe eines Arztes, sicherzustellen, dass die Therapiemethoden der „Schulmedizin“ und der „alternativen Medizin“ sich nicht widersprechen, aufheben oder gegenseitig negativ beeinflussen sondern sich optimal ergänzen.

Chronische Erkrankungen – Immunsystem

Es ist gesichert, dass alternative Therapiemaßnahmen bei nahezu allen chronischen Krankheitsbildern zumindest oder gerade im Zusammenhang mit schulmedizinischen Behandlungsformen sehr wirksam sein können - zum einen in der möglichen Heilung dieser Erkrankungen, zum andern aber in der Linderung der Leiden der Patienten, im Erhalt der Lebensqualität und ganz häufig auch im Verlängern eines lebenswerten Lebens.

So wirkt eine gezielt angewandte Akupunktur gegen Schlaflosigkeit, bei allergischen Beschwerden und einer Vielzahl anderer Erkrankungen, eine Trance-Therapie kann das Leben eines Krebspatienten um etliche Jahre verlängern wie in Studien nachgewiesen wurde. Diese Auflistung ließe sich beliebig fortsetzen, würde aber den hier gesetzten Rahmen sprengen.

Fast allen von mir angewandten „alternativen“ Therapien gemein ist ihre Verbesserung der körperlichen Immunleistung, sei es über Stimulation physischer körpereigener Abwehrleistungen, sei es über die positive Beeinflussung der durch körperliche Leiden belasteten Psyche eines Patienten und somit seiner inneren Bereitschaft, sich gegen eine Krankheit zur Wehr zu setzen. Ein so gestärktes Immunsystem hat immer einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Erkrankung.

Startseite | Impressum